Rettet St. Severin 04/2017

Die Dachstuhlsanierung ist abgeschlossen

„Wieweit seid Ihr denn?“ „Ich denke, Ihr seid schon fertig?“ so werden wir in diesen Tagen öfter gefragt. Noch ist die Kirche eingerüstet und von außen kann niemand sehen, was alles in den letzten Wochen geschafft wurde.

Nachdem festgestellt worden war, dass die tragenden Balken im Dachstuhl von St. Severin von dem Gescheckten Nagekäfer, einem aggressiven Holzparasiten, befallen worden waren, war zügiges Handeln geboten. Das fehlerhafte Aufbringen von Dämmmaterial hatte im ganzen Dachstuhl ein feuchtwarmes Milieu erzeugt, in dem sich dieser aggressive Holzparasit wohl fühlt. Als erste Notfallmaßnahme wurden alle Dämmmaterialien und Verschalungen entfernt. Von außen wurde über dem Zierband aus Backsteinen die Verschalung geöffnet. Licht und Luft konnten wieder einströmen. Danach lösten die Zimmerleute der Firma Dohmeyer den tragenden Ringbalken Stück für Stück unter den Deckenbalken heraus und ersetzen ihn Stück für Stück durch gesundes Eichenholz. Einmal quer über den ganzen Dachboden wurde der Mittelbalken, an dem auch die Kronleuchter befestigt sind, ausgetauscht. Im Kirchenschiff konnte man davon mitbekommen, dass über Weihnachten einem Kronleuchter die Leuchterarme fehlten. Während die Zimmerleute arbeiteten, begannen neben Architekt Fröhler Gutachter und Sachverständige ihre Arbeit. Der Baubiologe Herr Manfred Eichhorn untersuchte die freigelegten Balken auf weiteren Befall und entwickelt nachhaltige Maßnahmen, um den Gescheckten Nagekäfer und andere Parasiten fernzuhalten. Dr. Deert Lafrenz arbeitet als ehemaliger Dezernent am Landesamt für Denkmalpflege in Kiel an einem Gutachten über die Kunstgegenstände von St. Severin, Herr Dr. Tilo Schöfbeck erforscht als Bauarchäologe das Alter der verwendeten Materialien und damit die Entstehungsgeschichten von St. Severin. Vor Weihnachten entdeckte er Runenzeichen aus der Wikingerzeit, die die Zimmerleute beim Konstruieren und Zusammenbauen des Dachstuhls verwendet haben.

Die Vorbereitungen auf die Kircheninnensanierung laufen auf Hochtouren

Während die ersten als Notfallmaßnahmen notwendigen Arbeiten am Dachstuhl abgeschlossen sind, wird jetzt die zweite Sanierungsphase vorbereitet. Dann wird auf dem Dachboden weitergearbeitet werden. Auch über der Decke werden dann alle alten Dämmmaterialien entfernt werden und der Boden erneuert werden. Vor allem aber wird im Inneren der Kirche so viel geschehen, dass sie ab Oktober geschlossen werden muss. Dann werden zunächst Empore, Wände und Decke gereinigt, der Wandputz teilweise und die Elektrik ganz erneuert. Bei all dem wird die Restauratorin Ursula Lins gut über die Kunstwerke wachen. Zuletzt wird die Orgel gereinigt werden und wenn alles gut geht, wird die Kirche zu Ostern 2018 wieder geöffnet sein. Dann wird die Kirche barrierefrei zugänglich und hoffentlich auch das WC-Häuschen saniert sein.

Die Finanzierung der gesamten Maßnahme wird durch Mittel aus dem Bundeshaushalt in Höhe von 465.000 € unterstützt. Dazu müssen wir etwas mehr als die gleiche Summe aufbringen. Der Kirchengemeinderat ist sehr zuversichtlich, dass uns das mit der Unterstützung des Förderkreises gelingen wird. Die Kampagne „Rettet St. Severin“ hat im letzten Jahr mit sehr großem Erfolg begonnen. Wir werden sie fortsetzen, bis St. Severin rundum saniert ist.