Ein gemeinsamer Gottesdienst für alle

09. November 2014
Die Gemeindeversammlung am 9.11.2014 hat an den Kirchengemeinderat den Antrag gestellt, noch einmal zu überprüfen, ob künftig doch weiterhin regelmäßig Gottesdienste im Tinnumer Gemeindehaus gefeiert werden können. Der Kirchengemeinderat wird diesem Antrag nachgehen und nach einer Prüfung aller Argumente alle Gemeindemitglieder über das Ergebnis der erneuten Beratung informieren.

Vorab soll hier schon einmal erläutert werden, warum der Kirchengemeinderat beschlossen hat, dass ein gemeinsamer Gottesdienst für unsere Gemeinde, unabhängig von wirtschaftlichen Aspekten, der richtige Weg ist.

Zur Kirchengemeinde St. Severin gehören die Dörfer Archsum, Keitum, Munkmarsch und Tinnum. In fast jedem Haus dieser Dörfer findet sich ein Bild von St. Severin, das spiegelt die lange und tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihrer Kirche. 

Seit 27 Jahren gibt es mit dem Tinnumer Gemeindehaus einen zusätzlichen Gottesdienstort. Es war nicht selbstverständlich, dass der kommunale Gemeinderaum mit einem Kreuz und einem Altar, mit Taufbecken, Flügel und Kanzel ausgestattet wurde. Hier wurden viele Gottesdienste gefeiert. Besonders die Festgottesdienste zu Ostern und am Erntedankfest, das Krippenspiel und jeder Auftritt vom Kinderchor waren ein Highlight. Aber über das ganze Jahr gesehen kamen immer weniger Menschen zum Gottesdienst in Tinnum, obwohl jeden Sonntag ein Gottesdienst für Kleine und Große angeboten wurde und zum Kirchenkaffee eingeladen wurde. 

So beschloss der Kirchengemeinderat nach ausführlicher Beratung, dass es der richtige Weg ist, wenn wir künftig alle miteinander einen gemeinsamen Gottesdienst am Sonntag in St. Severin feiern werden, in dessen Anschluss es die Gelegenheit zum Austausch geben wird: bei einer Tasse Kaffee im Keitumer Pastorat, bei einer Kirchen- oder Orgelführung, oder auch einer Wanderung. Im letzten Jahr haben wir schon öfter als eine Gemeinde alle miteinander in St. Severin Gottesdienst gefeiert. Der Tag der Gastfreundschaft oder das Erntedankfest mit anschließendem Bei- sammensein im Keitumer Pastorat waren eine gelungene Sache. Insgesamt kamen so wesentlich mehr Menschen miteinander in Kontakt. 

Mancher mag es bedauern, wenn wir in Tinnum keine Gottesdienste mehr anbieten, aber trotz vieler schöner Erlebnisse im Tinnumer Gemeindehaus hat sich eine Verbundenheit zum Gemeindehaus als Gottesdienstraum nur bei wenigen entwickelt. Das kann daran liegen, dass wir mit St. Severin eine besonders schöne Gemeindekirche haben. Hier ist Platz für alle und jeder kann kommen. Wir möchten als Kirchengemeinderat dafür sorgen, dass die Verbundenheit zu St. Severin für alle weiter gepflegt wird. Jedes Kind unserer Gemeinde soll sich in seiner Kirche willkommen und zu Hause fühlen. Darum werden wir mit einem Gottesdienstteam dafür sorgen, dass die Kinder unserer Gemeinde weiter das Kirchenjahr mit seinen Festen und besonderen Zeiten intensiv erleben können. Die Tinnumer Tradition Gottesdienste im Freien zu feiern, zum Beispiel am Strand, auf dem Campingplatz oder im Tierheim, wird fortgeführt und vielleicht noch verstärkt. 

Pastor Reimann bleibt mit ganzer Stelle weiter als Pastor für den Tinnumer Gemeindebezirk zuständig und wird viele Gottesdienste in St. Severin gestalten oder mitgestalten. Auch für Christine Suhl als Küsterin in Tinnum wird weiterhin im bisherigen Umfang für die Kirchengemeinde tätig sein: Sie organisiert das Gemeindefrühstück in Tinnum und wird bei vielen geplanten Aktivitäten nach dem Gottesdienst in St. Severin dabei sein.