Konfirmandenfahrt nach Berlin

27. Mai 2014

Seit zwei Jahren gibt es eine freundschaftliche Verbindung zwischen der Martin-Luther-Gemeinde in Berlin-Neukölln und unserer St.-Severin-Gemeinde. Nachdem der Martin-Luther- Kirchenvorstand 2012 hier auf Sylt zu Gast war und Berliner Gemeindemitglieder 2013 zum Sylter Johannisweg anreisten, hatte nun unsere Konfirmandengruppe das Glück, vom 27. bis 30. Mai in Berlin zu Gast sein zu können.

Gleich am Bahnhof gab es die erste schöne Begegnung: Unser ehemaliger Friedhofswart Walter Schünemann holte uns wie verabredet am Bahnhof ab und wir machten uns gemeinsam auf den Weg nach Neukölln. Die Martin-Luther-Kirche liegt dort mittendrin. Hier treffen sich nicht nur Christen, sondern Menschen aller Nationalitäten und Kulturen. Der Jugenddiakon Kalle hatte extra für uns seinen Urlaub verschoben und begrüßte uns zusammen mit den Jugendlichen aus der Gemeinde. In dem großen Gemeindezentrum gibt es eine eigene Etage für Jugendliche mit einer Teestube und einem großen Raum zum Toben, Feiern und Tischtennisspielen. Hier bezogen wir mit Isomatten und Schlafsäcken unser Quartier. Unsere erste Aktion war der Einkauf von vielen Regenschirmen, denn es regnete die ganze Zeit. Der erste Sonnenstrahl traf uns erst bei der Abfahrt aus Berlin, aber der Stimmung tat das keinen Abbruch.

„Leben auf der Grenze“ war das Thema unserer Reise. Wir waren am Checkpoint Charly und sahen die Reste der Berliner Mauer. Wenn man heute in dieser Stadt unterwegs ist, kann man sich kaum vorstellen, dass Berlin wirklich einmal in Ost und West geteilt war. Im jüdischen Museum erlebten wir etwas von dem Schrecken, wenn die Grenze jeder Menschlichkeit überschritten wird und in der Verfolgung und Ermordung von Millionen von Juden im Holocaust endet. 

Wir besuchten auch die Ausstellung von dem chinesischen Künstler Ai Weiwei. Er selbst wird in China verfolgt und darf das Land nicht verlassen. Aber in seiner Ausstellung zeigt er, dass es sich lohnt, widerständig zu bleiben und dass die Kunst die Kraft hat, die Grenzen von Unterdrückung und Gewalt zu überwinden.

Das Beste an der Reise war aber die Begegnung mit anderen Jugendlichen. Am Anfang blieb jede Gruppe für sich, aber es dauerte nicht lange und wir redeten und spielten zusammen. Am Himmelfahrtstag feierten wir zusammen einen großen Jugendgottesdienst mit eigenen Texten und Gebeten. Gern hätten wir mehr Zeit miteinander verbracht, denn die Tage gingen viel zu schnell vorbei. Nun hoffen wir, dass Kalle und die Jugendlichen der Martin-Luther-Gemeinde unserer Einladung folgen und bald einmal zu uns nach Sylt kommen.