Pastoratssanierung und wie es nach dem Bau weitergeht

15. Oktober 2013

Oft kommen Leute und sagen: „Es wird ja immer noch gebaut. Wie lange soll das denn noch bei Euch dauern?" Ja, das stimmt. Es wird immer noch gebaut und es geht auch schon ganz schön lange. Seit 2012 wird das Pastorat unter Leitung des Tinnumer Architekten Henning Lehmann komplett saniert.

Seit 2008 laufen schon die Planungen. Das ist eine lange Zeit, aber es ist auch ein wirklich großes Projekt. Der erste schwere Schritt war für den Kirchengemeinderat zu realisieren, dass eine komplette Kernsanierung ansteht. Eine Bestandsaufnahme erbrachte eine ineffiziente Heizungsanlage bei schlechter Isolierung, Rohrbrüche in einem Haus ohne Drainage, eine veraltete Elektrik, undichte Fenster und zu viel Raum, der nur noch als Abstellfläche genutzt werden konnte. Mutig entschied man sich für ein energetisch saniertes Haus, das einladend, offen, behindertengerecht und für mehr Veranstaltungen Raum bietet.

Danach wurde von dem Architekten ein Konzept erstellt und vom Kirchengemeinderat ein Finanzierungsplan aufgestellt. Es wurden Anträge beim Kirchenkreis gestellt, Spenden gesammelt, ein Darlehen gewährt. Die notwendigen Genehmigungen wurden vom Kreis Nordfriesland und beim Kirchenkreis eingeholt. Für das Ausschreibungsverfahren gab es klare kirchenrechtlichen Vorgaben. Wir sind froh, dass viele Sylter Firmen dabei den Zuschlag bekamen.

Danach konnte der Bau vorangehen. In den vergangenen Gemeindebriefen wurde über den jeweiligen Stand der Dinge berichtet und seit dem letzten Beitrag im Gemeindebrief vor vier Monaten ist wieder viel geschehen. Die Entkernung des öffentlichen Gemeindeteils haben wir mit fleißigen ehrenamtlichen Helfern in Eigenleistung geschafft: Es wurde der Estrich rausgestemmt, Leichtbauwände entfernt und der Putz von den Wänden geschlagen. Unter dem Motto „Treff am Bau, zwei Stunden für St. Severin" kamen immer neue Helfer dazu. 

Danach hatten die Handwerker freie Bahn. Es wurde gemauert, Wände für neue Fenster und Türen in den Garten geöffnet, die Elektrik neu verlegt und vor allem eine Fußbodenheizung eingebaut, die nur durch Erdwärme gespeist wird. Mittlerweile werden neue Fenster und Türen eingesetzt, es wird gefliest und die WCs behindertenfreundlich hergerichtet.

Jeder kann sich jetzt schon vorstellen, wie es einmal fertig aussehen wird. Vielleicht noch im Dezember, wahrscheinlich aber im Januar 2014 können wir wieder das ganze Pastorat nutzen. Auch vor dem Einzug sind natürlich alle schon herzlich eingeladen, einmal vorbeizukommen und sich umzusehen.

Das Pastorat soll wieder von vielen Menschen mit Leben gefüllt werden. Der Kirchenchor freut sich schon, wenn wieder dort geprobt werden kann, zum Gemeindemittagessen können wir uns dann wieder dort treffen, Gruppen können wieder regelmäßig zusammenkommen. Neue Räume bringen Menschen auch auf neue Ideen – hier kann man ja auch Feste feiern, mit Konfirmanden übernachten, ein Seminar abhalten, tanzen oder meditieren. Alle Ideen und Gedanken werden festgehalten und der Kirchengemeinderat hat angefangen, sich über ein Konzept Gedanken zu machen. Dabei sind alle Gemeindemitglieder eingeladen, ihre Vorstellungen mit einzubringen. Ein erster wichtiger Termin dafür ist die Gemeindeversammlung am 12. Januar 2014 im Keitumer Pastorat im Anschluss an den Gottesdienst in St. Severin. Wir freuen uns, wenn viele Gemeindemitglieder kommen und es einen regen Austausch geben wird.

Über eine Eröffnungsfeier des Pastorats können wir bei Redaktionsschluss des Gemeindebriefes nur so viel sagen: Es wird eine geben, auch wenn ein verbindlicher Termin noch nicht genannt werden kann. Unser Wunsch ist, dass wir Silvester hier Einzug feiern können, aber es ist offen, ob das zu schaffen ist. Mit Sicherheit sind wir zur Biike eingezogen. Und da geben wir uns wirklich alle Mühe!