Treff am Bau – Zwei Stunden für St. Severin

03. Juni 2013

Auf Sylt und auch in Keitum wird zurzeit viel gebaut. Neue Appartements entstehen all überall, ein neues Hotel und eine Feuerwache werden gebaut und auch wir sind mit dabei. Unser Pastorat in Keitum wird weiter saniert. Viel wurde schon geschafft. Das Gemeindebüro, ein Gruppenraum und die Pastorenwohnung sind schon fertig. Nun geht es um den Gemeindesaal, eine neue Küche, behindertengerechte WCs und die Empore. Hell und freundlich soll es werden. Türen in den Garten werden den Saal öffnen, durch neue Fenster wird mehr Licht hereinfallen. Mit Erdwärme beheizt wird das Gemeindehaus nachhaltig und umweltfreundlich bewirtschaftet werden. „Aber warum dauert das so lange? Wann seid Ihr endlich fertig?“  Das wurde oft gefragt. So gut wie sicher ist nun, dass wir noch in diesem Jahr wieder einziehen werden. Aber in der Zwischenzeit wurde nicht nur gebaut, sondern wir haben viel erlebt, denn wer baut, der kann etwas erzählen.

Mit dem langen kalten Winter mussten viele Arbeiten immer weiter in den Mai und Juni verschoben werden und plötzlich waren alle Handwerker mit Aufträgen eingedeckt. Da bekamen wir zu hören: „Sicher können wir den Gemeindesaal entkernen, aber erst sind die Gärten dran. Zu euch kommen wir in zwei Monaten, vielleicht aber schon in sechs Wochen.“ Das war erst ein schlimmer Tag und gleichzeitig die Wendung. Denn schnell sagte einer:  „Wenn wir warten müssen, dann warten wir, aber wir nutzen die Zeit und fangen schon mal an.“  „Treff am Bau – zwei Stunden für St. Severin“ das wurde die Devise. Was wir selbst machen können, das machen wir schon einmal. Jeder kann etwas einbringen und  gemeinsam macht es jede Menge Spaß. Einreißen, abreißen, abschlagen und containerweise den Schutt hinaustragen – das hat etwas Befreiendes. Endlich geht es los, das weckt die Hoffnung, dass es hier bald wieder Chorproben und das Gemeindeessen am Mittwoch geben wird. Ein ganz leerer Raum – das hat etwas Verheißungsvolles, da kann man sich 1000 Sachen vorstellen – große und kleine Feste, Vorträge, gute Gespräche, Zeit für Stille und Meditation, eine Kinderbibelwoche im Pastoratsgarten.

„Treff am Bau – Zwei Stunden für St. Severin.“ Das ist eine schöne Sache. Leute aus der Gemeinde nehmen die Sache selbst in die Hand. Es wird am Bau gearbeitet und drum herum geschieht noch mehr. Ein selbstgebackener Kuchen wird vorbeigebracht. Die einen arbeiten noch, die anderen bereiten schon ein gemeinsames Essen vor und das ganze am besten mit Musik. Wenn Walter sein Akkordeon mitbringt, singen alle Shanties und Schlager aus den 70ern mit. Das sind glückliche Momente und alles zusammen ist das Glück, eine Gemeinschaft, eine Gemeinde zu sein.

Komm,  bau   ein  Haus, das uns   beschützt,
pflanz  einen  Baum,  der  Schatten  wirft,
und beschreibe den  Himmel, der uns blüht,
und beschreibe den Himmel, der uns blüht.

Das Lied singen wir oft in der Gemeinde, „Komm, bau ein Haus für Große und Kleine, für Alte und Junge, für alle miteinander.“

Komm, bau ein Haus –man kann fragen, wer ist es eigentlich, der dies Haus baut?  „Du – komm, bau ein Haus.“ Das klingt, als wäre es eine Person allein, auf die es ankommt. Und allzu oft denken wir, es liegt alles an uns selbst oder ein anderer, der wird es schon richten.

Bei unserem Projekt Pastoratssanierung geht es um unser Gemeindehaus und damit um uns alle miteinander. So wie, wir alle darauf angewiesen sind, dass es Räume gibt, in denen wir uns treffen können, austauschen, feiern, reden und nachdenken können. So sind wir alle gefragt, wenn es darum geht, diese Räume zu schaffen, zu erhalten und zu pflegen. 

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