Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk zur Sanierung des Keitumer Pastorats

14. Februar 2012

Liebe Leserinnen und Leser,

Kirchen, Kapellen, Pastorate und Gemeindehäuser sind ein großer Schatz unserer Kirche. Sie sind die steingewordenen Erinnerungen daran, dass wir nicht nur aus dem leben, was wir uns selbst schaffen, sondern, dass wir an den entscheidenden Stellen unseres Lebens aus Gnaden leben. Für viele Menschen sind insbesondere unsere Kirchen Ankerpunkte ihrer Lebensgeschichte. Taufen, Konfirmationen, Hoch­zeiten und dann irgendwann auch einmal Trauerfeiern für nahe Angehörige haben hier stattgefunden. Das eigene Leben hat sich eingezeichnet. Daher sind uns unserer kirchlichen Gebäude teuer und wichtig. Aber eben leider auch tatsächlich „teuer“. Wir haben in unserem Kirchenkreis ca. 480 Liegenschaften. Davon sind 85 Kirchen, 9 Kapellen und über 60 Pastorate. Wir bemühen uns in den Kirchen­gemeinden und im Kirchenkreis nach Kräften, diese Gebäude zu erhalten, zumal viele nicht nur einen spirituellen, religiösen Wert haben, sondern auch von kulturgeschichtlicher Bedeutung sind. In Ihrer Kirchengemeinde ist das Wissen darum ja gegenwärtig. Kirchenvorstand und Förderverein bemühen sich nach Kräften, den kulturgeschichtlichen Schatz von St. Severin zu erhalten. Und nun müht sich der Kirchenvorstand ebenso redlich wie erfolgreich um die Instandsetzung des schönen Pastorats in Keitum. Dabei geht es hier nicht nur um eine Instand­haltung, sondern eben auch darum, das Gebäude den Anforderungen der heutigen kirchlichen Arbeit anzupassen. Ich bin sehr froh darüber, dass der Kirchenvorstand diesen mutigen Schritt gewagt hat und bin dankbar dafür, dass Frau Pastorin Susanne Zingel die starken Beeinträchtigungen für sich und ihre Familie auf sich ge­nommen hat.

In diesem Zusammenhang ist mir aber auch wichtig, Ihnen zu sagen, dass unsere Kirchengemeinden und der Kirchenkreis längst an ihre Grenzen gekommen sind. Auch bei äußerster Anstrengung wird es uns nicht mehr möglich sein, jedes kirch­liches Gebäude in unserem Kirchenkreis zu erhalten. Wir haben für 2012 Anträge für Bezuschussungen von Instandsetzungs- und Baumaßnahmen in einer Gesamthöhe von ca. 6 Mio. Euro vorliegen. Für unsere Pastorate haben wir im Zeitraum von 2004 bis 2011 in Kirchengemeinden und im Kirchenkreis ca. 4,7 Mio. Euro aufgewandt. Um einmal bei den Pastoraten zu bleiben. Die Pastorate sind der Rückzugsraum unserer Pastorinnen und Pastoren und ihrer Familien. Aber sie sind auch öffentliche Räume der Begegnung, der Seelsorge, Anlaufpunkte für Hilfesuchende und häufig genug Herbergen der Gastlichkeit. Insofern haben  Pastorate in unseren Kirchen­gemeinden eine besondere Bedeutung. Daher tun wir was wir können, um sie zu er­halten. Aber das wird zunehmend schwieriger und wir werden uns im Kirchenkreis auch von Pastoraten trennen müssen, dort wo es zu verantworten ist.

Umso mehr freue ich mich, dass das Keitumer Pastorat nun bald in neuem Glanz erstrahlen wird. Dazu gratuliere ich von ganzem Herzen der Kirchengemeinde und dem Kirchenvorstand. Wenn alles fertig ist, wäre das ja doch ein guter Grund zu feiern. Ich käme gerne!

Mit Segenswünschen für einen sonnigen Frühling und Sommer,

Ihr

Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk