St. Severinhaus, geosolares Mehrgenerationenprojekt in Tinnum

22. Mai 2012
Mit der Idee, ein barrierearmes Wohnprojekt  mit innovativer Energietechnik zu bauen, konnte Pastorin Reimann bei der landesweiten Ausscheidung unter den Projekten aus 26 Aktivregionen am 1. Dezember 2011 den ersten Platz erringen. Dieses Wohnprojekt, das durch seine Bewohner und Kooperationspartner in den Ort hineinwirkt, verbindet die Generationen und ist räumlich zwischen Kindergarten und Schule angesiedelt. Damit wurden Fördergelder in Höhe von 750.000 Euro in Aussicht gestellt, die nach dem nächsten Planungsschritt per Förderbescheid zugesagt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Baumaßnahme bis zum 31.12.2013 weitgehend fertiggestellt sein muss. Das bedeutet einen erheblichen Zeitdruck bei einem hohen Kostenvolumen. Die Fläche, die dafür vorgesehen war, wurde von der Kirche vor 25 Jahren für Kirche oder Gemeindehausbau erworben. Inzwischen wurde es aber als Grünland im Außenbereich zurückgestuft. Flächen im Außenbereich dürfen nur bebaut werden, wenn sie im Besitz der Gemeinde sind. Um Wohnungsbau und Gemeinschaftsbildung zügig voranzubringen, hat sich die Kirchengemeinde entschieden, das Grundstück an die Gemeinde zu übertragen, wobei die Kirchengemeinde die Nutzungsrechte für die Gemeinderäume erhält. Die Projektträgerschaft bleibt, wie im Projektentwurf vorgesehen, in der Durchführung vollständig bei der Kirchengemeinde. Es wird lediglich die Bauträgerschaft an die Gemeinde übertragen. Zugunsten von zwei bis drei weiteren Wohnungen wird das Pastorat an der bisherigen Stelle auf dem Nachbargrundstück bleiben, wird aber mit einem Fußweg direkt verbunden sein. Auf diese Weise können die Fördergelder zügig beantragt und das Projekt rechtzeitig fertiggestellt werden.

Derzeit arbeitet der Kirchenvorstand an den Details zur Umsetzung der Projektidee im Betrieb. Dazu hat die Kirchengemeinde kompetente Unterstützung bekommen. Almuth Fritzsche, die als Beraterin und Familientherapeutin im BBZ Westerland gerade in Ruhestand gegangen ist, möchte gerne ihre Erfahrungen aus dem Beruf in dieses Projekt einbringen.  Der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Keitum hat sie mit Begeisterung in den Ausschuss aufgenommen.   

In diesem Wohnprojekt wird ein gewisses Maß an Engagement erwartet. Geplant ist, dass alle Mieter eine Mietreduzierung erhalten, die an dem Projekt mit Arbeiten im Hausmeisterbereich und durch gegenseitigen Hilfeleistungen beteiligt sind. So werden die gesparten Nebenkosten weitergegeben. Wer seine Aufgaben nicht erfüllt, muss die volle Miete/Nebenkosten zahlen, weil dann seine Arbeiten in Auftrag gegeben werden müssen. Außerdem wird ein Sonderkündigungsrecht ermöglichen, sich von Mietern zu trennen, die über einen längeren Zeitraum ihre Mitarbeit nicht durchführen. Sobald die Konzeption fertig gestellt ist und die genaue Anzahl der Wohnungen feststeht, wird das Projekt noch in diesem Jahr in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt.